Lebenslinien: Peppi, der widerspenstige Wiesnwirt | Video der Sendung vom 14.09.2020 22:00 Uhr (14.9.2020) mit Untertitel

Josef, genannt "Peppi", Bachmaier, Jahrgang 1947, führt seit 46 Jahren die Fraunhofer-Wirtschaft in der Münchner Isarvorstadt, wo er von Geburt an lebt. Mit einem großen Herz für die Kunst und die bayerische Tradition wird er zum Erschaffer und Bewahrer mehrerer Münchner Kulturorte, die das Wesen der Stadt maßgeblich mitgeprägt haben.

Peppi, der widerspenstige Wiesnwirt

14.09.2020 ∙ Lebenslinien ∙ BR
UT

Im Grunde ist Peppi Bachmaier Schatzsucher. Als Kind stöbert er in den Kriegsruinen seines Quartiers nach Alteisen und verdient sich damit sein erstes Geld. Er lernt Metzger, soll das Geschäft seiner Eltern übernehmen. Aber in der Wurstküche wie sein Vater, will Peppi sein Leben nicht verbringen. Nach der Lehre bricht er aus, entdeckt in Nizza sein musisches Talent und nimmt die Suche nach Trödel wieder auf. Zurück in München handelt er damit Anfang der 1970er-Jahre und lernt viele Kulturschaffende kennen. Mit Uwe Kleinschmidt und Werner Winkler gründet er das MUH und die Drehleier, legendäre Brettlbühnen, wo junge bayerische Künstler den angestaubten Münchner Kulturbetrieb aufmischen. 1974 soll in seinem Viertel aus der Fraunhofer-Wirtschaft ein "Wienerwald" werden. Das weiß Peppi mit seinen Freunden zu verhindern. Seitdem ist er dort der Wirt und macht "ois anders". Ein widerspenstiges Münchner Original, das man seit zehn Jahren auch als den Wirt des "Herzkasperl“-Zelts auf der Oidn Wiesn kennt.


Bild: BR/Birgit Eckelt