dorfgeschichten: Schopfloch. Ein Dorf kämpft um seine Schule | Video der Sendung vom 26.10.2014 16:00 Uhr (26.10.2014) mit Untertitel

Direktor Werner Kergl kämpft um den Erhalt seiner Schule.

Schopfloch. Ein Dorf kämpft um seine Schule

26.10.2014 ∙ dorfgeschichten ∙ BR
UT

Schön ist sie nicht - aber für viele Schopflocher gehört sie zum Dorf wie das Rathaus und die Kirche: ihre Schule, gelegen am Ortsrand. Geburtenrückgang, ländlicher Strukturwandel - in der Schopflocher Schule ist diese Entwicklung deutlich zu sehen. Das riesige Schulhaus, gebaut für 450 Kinder, wird heute gerade noch von knapp 150 Schülern besucht. Von der Schließung bedroht ist vor allem die Mittelschule. Gerade einmal 13 Schüler besuchen zur Zeit die 9.Klasse der Schopflocher Mittelschule. Ein BR-Team begleitet sie zwischen Quali-Vorbereitung und Lehrstellensuche. Immerhin schafft die Not anscheinend Idealbedingungen: kleine Klassen, viel Platz, und Lehrer, die für die einzelnen Schüler Zeit haben. Doch dies wird nicht von Dauer sein, wie Direktor Werner Kergl befürchtet - der Unterhalt einer Schule kostet Geld - Geld, das der Freistaat Bayern für die kleinen Schulen nicht mehr aufbringen möchte. Schätzungen gehen davon aus, dass auf dem Land bis 2030 die Hälfte aller Mittelschulen geschlossen werden. Mögliche Folgen für ein Dorf wie Schopfloch, wenn erst die Mittelschule und später möglicherweise die Grundschule aufgelöst werden, könnten sein, dass junge Familien nicht mehr zuziehen. Oder Gewerbebetriebe am Ort finden keine Lehrlinge mehr. "In zwei, drei Jahren wird die Mittelschule Schopfloch wahrscheinlich Vergangenheit sein", meint Direktor Werner Kergl illusionslos. Doch bis dahin wollen er und seine Lehrerinnen das Beste daraus machen, jedem einzelnen ihrer Schüler zu einer Zukunft verhelfen.


Bild: BR/BR